Kommunikation und warum die Leute darin ersaufen

Eigentlich bin ich dabei peu a peu einen Artikel über das Thema interne Unternehmenskommunikation zu schreiben. Ein Punkt, der eigentlich die Grundlage des modernen Kommunikationsproblems ist, verdient aber durchaus einen eigenen, kurzen kürzeren Beitrag. Hangeln wir uns  also von  der Soziologie zum Communication Breakdown… Continue reading

Werbung, Marken, Journalisten – Auch bei der BBC müffelt es

Irgendetwas über technische Systeme zu sagen, dass einen Informationsgehalt hat, aber von einem durchschnittlichen Leser noch erfasst werden kann, ist schwer. Noch schwerer macht es die Tatsache, dass die meisten berichtenswerten Dinge keine wahrgenommenen Berührungspunkte mit dem durchschnittlichen Leser haben, der sich deshalb gar nicht dafür interessiert. Ein gerne bei Journalisten genutzter Berührungspunkt ist die Nennung von bekannten Marken. Wer sich auch nur ansatzweise mit Marketing beschäftigt oder einmal drei Minuten selbst darüber nachgedacht hat, weiß, dass diese in vielen Aspekten ähnlich wie Personen wahrgenommen werden.

Apple ist da ganz vorne mit dabei, weil durch die Omnipräsenz von iPhone und iPad mittlerweile jeder mit dem Namen vertraut ist. Man erinnere sich bspw. an die Geschichte mit Schäuble, wenn ich mich recht entsinne, und dem Sudoku spielen im Bundestag. Praktisch überall wurde berichtet, dass er das auf einem iPad gespielt hat. Nicht einfach Sudoku, nicht auf einem Computer, nicht auf einem Tablet, sondern auf einem iPad. Ob hier die Nennung des konkreten Produkts bewusst geschah kann man in Frage stellen, aber wenn es in der Tagesschau passiert zeigt das, wie groß die Reichweite ist. Hier wurde auch noch nicht die eigentliche Nachricht dadurch erzeugt, dass es ein iPad war.

Dass man richtig dreist Werbung machen kann und in einer Nachrichtenmeldung die eigentliche Nachricht hinter der Anpreisung eines Produkts verstecken kann, zeigt derzeit ausgerechnet die BBC besonders deutlich.

Man lese selbst: iPad iPad iPad

Ist das nicht tolle Werbung?

Eine Meldung über die Modernisierung von Infrastruktur, die Geld sparen, die Umwelt schonen und mehr Lebensqualität für die Bürger bringen soll, garniert mit dem Produkt im Titel, im Text und in der Bildunterschrift. Sowas schafft unbewusste positive Assoziationen mit dem iPad und wird nur von wenigen als Werbung wahrgenommen, was die Sache noch viel besser macht.

Wenn man einen Hauch Ahnung von der Sache hat, schüttelt man den Kopf. Wo gibt es da etwas iPad Spezifisches? Weder hat das Ding irgend eine besondere Kommunkationstechnik, noch bietet es für den Einsatzzweck besondere Fähigkeiten für die benötigte Software. Den Kram könnte man genau so in Java für ein Google Nexus schreiben, das auch Bluetooth und WLAN hat. Oder in irgendeiner Sprache für Windows, Linux oder OSX auf einem Laptop.

Die eigentliche Nachricht, dass man die Lampen jetzt mit einem Computer steuern kann, hat wohl keinen Berührungspunkt mit der Lebenswelt des durchschnittlichen Lesers. Für die Wartung und Administration von Straßenlaternen interessiert sich halt kaum jemand. Aber wenn ein iPad im Spiel ist…