Endlich bin ich ein Opfer! – Ach nein, der Brechreiz vergällt mir das Suhlen im Selbstmitleid wieder…

Die FU Berlin kassiert derzeit eine Menge Prügel für ihre didaktischen Empfehlungen bzgl. der Realisierung von Chancengleichheit. Eigentlich wollte ich mich ja freuen, weil ich endlich auch ein Opfer bin und jammern kann wie schlecht die Welt ist, nachdem ich normalerweise als weißer, heterosexueller Mitteleuropäer immer der böse bin. Ich habe nämlich studiert ohne einen einzigen mit mir verwandten Akademiker zu kennen – als Kind einer alleinerziehenden Mutter! Aber nein, ich kann mir diese Scheiße einfach nicht schönreden. Bereits die ersten zwei Absätze sind ein Lustspiel der Erbärmlichkeit, wie man es selten zu sehen bekommt. Continue reading

Haswell, die Tech-Presse und der integrierte Spannungsdingsda

Es ist ein Krampf mit der Sprache. Sie ist ein Nadelöhr, durch das man alles durchzwängen muss, und regelmäßig versagt dabei die Zunft, die eigentlich den Umgang mit Sprache als berufliche Hauptaufgabe hat. Ein schönes Beispiel ist hier Intels neue CPU Generation „Haswell“, bei der irgend so ein Spannungsdings vom Mainboard weg zur CPU gewandert ist. Continue reading

Professionell heißt nur, dass jemand dafür bezahlt – IV

Es wird so viel über die Telekom und ihren Service geschimpft, oft auch von mir, aber jetzt muss ich eine Lanze für den Laden brechen. Ich erlebe gerade live, was für ein Saftladen der vermutlich größte Konkurrent eigentlich ist und wie gut die Telekom tatsächlich sein kann, wenn sie will und man Geschäftskunde ist. Continue reading

Tolle neue Werbewelt – bald verfügbar

Derzeit läuft eine neue, richtig beschissen dämliche Werbung für Visa. Das Kernstück, auf das hingewiesen wird, ist das kontaktlose Bezahlen mit der Visa Karte. Liest man aber das kurz eingeblendete Kleingedruckte steht dort der Hinweis, dass kontaktloses Bezahlen in Deutschland „bald möglich“ sein wird.

Anders gesagt ist alles was man gezeigt bekommt Zukunftsmusik und kommt irgendwann, aber nicht heute. Mir wäre jedenfalls nicht bekannt, dass Visa bereits mit deutschen Einzelhändlern Verträge hätte. Groß angekündigt ist kontaktloses Bezahlen aber schon seit kurz nach der Jahrtausendwende als das „nächste große Ding“ in dem Sektor.

Am Ende bleibt eine Werbung, die eigentlich gar keine Aussage hat und der einzige Fitzel Information, der drin vorkommt, ist auch noch falsch und es gibt nur einen winzigen Hinweis. Wo sind wir hingekommen, wenn so etwas funktioniert?

Dieses ganze Geschwätz über den gläsernen Bürger…

… stimmt vermutlich: Ars Tecnica als nahezu beliebige Quelle

Ein paar Details passen nicht. 20 Millionen Dollar im Jahr scheint mir kostenmäßig überhaupt nicht plausibel. Ansonsten ist das aber eigentlich die Bestätigung von genau dem, was die Pessimisten, wie ich, schon seit geraumer Zeit immer wieder vermuten. Die NSA kann praktisch den gesamten Datenverkehr frei nach Belieben überwachen, ohne irgendwelche juristischen oder bürokratischen Hürden nehmen zu müssen. Naja, doch, eine: sie überwachen offiziell nur Ausländer, aber wenn man deren Kontakte über zwei Grade folgt dürfte kaum ein US Bürger nicht indirekt verfolgbar sein.

Die Frage die sich jetzt stellt ist, wie die Bevölkerung damit umgeht. Wenn das genau wie alles andere nach 1-2 Wochen im Sande verläuft kann man getrost jeden Ami auslachen, der nochmal die Freiheitlichkeit der USA hochhalten will. Die andere Frage ist die danach, wie es hier aussieht. Zweifelsohne betrifft das Deutsche kaum weniger, da wir zwar was das Internet angeht gern maulen und schimpfen, aber keinerlei Innovation kommt – weswegen Lieschen Müller bei Facebook ist und von Amazon kauft.

Brave new world!

 

 

Mohawk Indianer ist!

Aside

Manchmal bemerkt man Kleinigkeiten des Alltags, die einen trotz ihrer offensichtlichen Bedeutungslosigkeit faszinieren und deren Geschichte man gerne erfahren würde…

"Peter, wir brauchen noch irgend einen kurzen Claim für die Frontside." "UGGA UGGA! MOHAWK INDIANER IST!" "Das ist toll! das klingt wie ein echter Indianer!"

 

Hybris in und von Flaschen

Wenn Journalismus eine Zukunft haben soll, muss der Leser zahlen. Aber der Leser hat im Netz das Zahlen für Inhalte verlernt. Inhalte sind der freiverfügbare Rohstoff der Online-Welt. Ungeachtet ihrer Qualität. Das ist gefährlich. Die Verlage werden ihren Lesern den Unterschied zwischen Qualität und Quantität wieder beibringen müssen. (Jakob Augstein)

Wenn man soviel Dummheit, Arroganz und Ignoranz auf einmal liest fühlt sich plötzlich jede Körperöffnung wie eine unter Druck stehende Kloake an. Continue reading