Medienwandel – oder: langsam kocht die Scheiße über

, Ich habe schon eine ganze Weile nichts mehr geschrieben, aber heute ist mir innigst danach das zu tun, was /cbx so nett als „abbloggen“ beschrieben hat.

In letzter Zeit hatte ich wenig Muße und Zeit zum Schreiben. Ganz akut liegt das unter anderem daran, dass ich derzeit das, je nach Sichtweise zweifelhafte, Vergnügen habe, mich in die Welt der iOS Programmierung einzuarbeiten. Ja, das Telefon-Zeugs mit kleinem i, nicht IOS. Dabei kommen einem auch sofort Erinnerungen an den Geschichtsunterricht. Fast alles hat NS als Präfix und nach kurzem Nachdenken stört man sich auch an einem NSU-Integer nicht mehr und hört auf zu kichern, wenn einen Google auf eine Seite mit dem Titel „NS-Hipster“ führt. Nachdem ich also derzeit meine Zeit damit verbringe in einer mir (fast) völlig neuen Sprache (Objective C, nicht Swift) mit einer mir völlig neuen IDE (XCode) unter Zuhilfenahme mir völlig neuer Frameworks (Cocoa-Touch und Co) wenigstens auch völlig neue Software zu schreiben, bin ich abends eigentlich ganz froh, wenn ich auf dem Weg nach Hause ein wenig seichtes Radioprogramm habe.

Gut, Bayern 2 und Deutschlandfunk sieht für Radioverhältnisse nicht seicht, aber anspruchsvoll sind schwafelige Reisen in die Vergangenheit von irgendwelchen Künstlern im Zwiegespräch mit dem Moderator auch nicht wirklich. Das hat so ein bisschen was von Bild der Frau für Leute, die beim Begriff „Intellektuelle“ sofort aufhorchen, weil sie dieses Etikett für sich reklamieren wollen. So ersann ich also heute für mich ein halbes Stündlein entspannter Elaborate über alles Mögliche für meinen Weg nach Hause…

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Denkän schwäähre Kohst für Schuhnalisst

Nach dem erfolgreichen Abschluss der neunten Klasse sollte man eigentlich in der Lage sein einfache Dreisätze im Kopf auszurechnen. Bei Dreisätzen mit etwas größeren Zahlen sollte man zumindest in der Lage sein die richtige Größenordnung zu erfassen. Ich erlebe es aber regelmäßig, dass selbst Leute, die über weit höhere Bildungsabschlüsse verfügen, selbst größenordnungsmäßige Plausibilitätsprüfungen auslassen wenn sie irgendwelche Zahlen als Argument anführen. Und wenn es um Kinderpornos geht setzt der Verstand in jedem Falle aus… Continue reading

Es ist etwas faul, im Lande Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg sollen der Biologieunterricht und weitere naturwissenschaftliche Fächer abgeschafft werden.

So schreibt zumindest sinngemäß die Welt. Darüber kann man sich fürchterlich aufregen, weil das eine völlig hanebüchene Idee ist. Das hatte ich eigentlich auch vor. Aber wenn man wirklich wissen will, worüber man sich genau aufregt, zeichnet sich ein auf andere Weise trübes Bild.

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Journalisten und Technik: Die FAZ will Strom sparen

Qualitätsjournalismus. Die FAZ sieht sich vor allem selbst gerne als eine Institution, die noch die Werte des seriösen Journalismus vertritt. Qualitätsjournalismus definiert sich nun aber in der Praxis nicht an Qualität, sondern nur an der eigenen Überzeugung davon, qualitativ hochwertig zu sein. So bekommt man bei der FAZ für’s Nachdenken im Wert von 2 Pfennig das typische Schweppsgesicht, weil man nicht weiß, ob man darüber lachen oder weinen soll, dass die glauben, so ein Dreck besäße Qualität. Continue reading

Extrawürste für die Presse – Es ist nur so lange gegen das Gesetz, bis eine Ausnahme drinsteht

Das Leistungsschutzrecht war ja bereits eine klare rechtliche Extrawurst für die Presse. Es ist aber nicht die einzige und gestern hat mir jemand den Tipp gegeben, doch mal ins Bundesgesetzblatt Nr. 32 zu schauen. Dort gibt es nämlich das „Achte Gesetz zur Änderung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen“, das natürlich eine maßgeschneiderte Ausnahme für die Presse enthält – von §1, der kurzum sagt das gemeinschaftliches Behindern des Wettbewerbs verboten ist.

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Haswell, die Tech-Presse und der integrierte Spannungsdingsda

Es ist ein Krampf mit der Sprache. Sie ist ein Nadelöhr, durch das man alles durchzwängen muss, und regelmäßig versagt dabei die Zunft, die eigentlich den Umgang mit Sprache als berufliche Hauptaufgabe hat. Ein schönes Beispiel ist hier Intels neue CPU Generation „Haswell“, bei der irgend so ein Spannungsdings vom Mainboard weg zur CPU gewandert ist. Continue reading

Hybris in und von Flaschen

Wenn Journalismus eine Zukunft haben soll, muss der Leser zahlen. Aber der Leser hat im Netz das Zahlen für Inhalte verlernt. Inhalte sind der freiverfügbare Rohstoff der Online-Welt. Ungeachtet ihrer Qualität. Das ist gefährlich. Die Verlage werden ihren Lesern den Unterschied zwischen Qualität und Quantität wieder beibringen müssen. (Jakob Augstein)

Wenn man soviel Dummheit, Arroganz und Ignoranz auf einmal liest fühlt sich plötzlich jede Körperöffnung wie eine unter Druck stehende Kloake an. Continue reading

Pornographie in der Werbung? – Ein teures Lehrstück zur Meinungsmanipulation

Wir hatten den Spaß ja schon bei den „Raubkopien“. Weil die meisten Leute nicht in der Lage sind Sprache bewusst zu reflektieren und zwischen der Bezeichnung und der Bedeutung einfach nicht unterscheiden können, wird versucht entsprechend belegte Begriffe zu verwenden, um die damit verbundene gefühlsmäßige Einordnung auf andere Dinge zu übertragen. Bei der Raubkopie läuft es darauf hinaus, dass man denken soll, dass dem Opfer etwas durch Gewalt weggenommen wird, es einen direkten Schaden und eine direkte Schlechterstellung erfährt. So wie bei einem echten Raub dem Beraubten hinterher etwas fehlt und der Räuber die Situation eines Anderen direkt (und durch Gewaltanwendung) verschlechtert. Nur sind halt bei Raubkopien alle Schäden nur mittelbar und grundsätzlich fiktiv und Gewalt oder Drohungen werden auch nicht gebraucht, der Beraupkopierte kann das ja idR nicht einmal feststellen!

In der EU beherrscht man solche rhetorischen Taschenspielertricks natürlich auch. Schauen wir also mal kurz in ein Dokument, dessen Erstellung vermutlich so viel Geld verschlungen hat wie alle meine Leser im Jahr zusammen nicht verdienen… Continue reading