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	<title>The Angry Nerd</title>
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	<description>Über Technik und Kultur</description>
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		<title>Professionell heißt nur, dass jemand dafür bezahlt – IV</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Jun 2013 00:03:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>iamroot</dc:creator>
				<category><![CDATA[Quatsch mit und ohne Soße]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung in fremder Sache]]></category>

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		<description><![CDATA[Es wird so viel über die Telekom und ihren Service geschimpft, oft auch von mir, aber jetzt muss ich eine Lanze für den Laden brechen. Ich erlebe gerade live, was für ein Saftladen der vermutlich größte Konkurrent eigentlich ist und &#8230; <a href="http://www.theangrynerd.de/professionell-heist-nur-dass-jemand-dafur-bezahlt-iv/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es wird so viel über die Telekom und ihren Service geschimpft, oft auch von mir, aber jetzt muss ich eine Lanze für den Laden brechen. Ich erlebe gerade live, was für ein Saftladen der vermutlich größte Konkurrent eigentlich ist und wie gut die Telekom tatsächlich sein kann, wenn sie will und man Geschäftskunde ist.<span id="more-333"></span></p>
<p>Eine Firma mit vier ISDN-Leitungen zieht Ende des Monats um, im gleichen Vorwahlgebiet, von einer Gewerbeimmobilie in eine andere, und will eigentlich alles so lassen wie es ist, nur eben im neuen Gebäude statt im Alten. Man sollte meinen, dass das mit einem Anruf getan ist, aber nein. Das erste Problem beim alten Anbieter, der ähnlich groß wie die Telekom ist, ist die wirklich beschissene Hotline. Der arme Tropf von Geschäftsführer hing wohl einige Zeit in der Warteschleife, um dann gesagt zu bekommen, man schicke ihm etwas per Email. Das war dann allerdings die Mitteilung, dass man an der neuen Adresse kein Telefon und DSL bereitstellen könne.</p>
<p>Daraufhin wurde bei der Telekom angefragt. Als erstes gab es einen festen Ansprechpartner, dann zielgerichtete Anfragen danach, was man genau bräuchte und wann. Nach 2 Stunden war nicht nur ein preislich mit dem vorherigen Anbieter vergleichbares Angebot da, sondern nach dessen Bestätigung auch gleich der vollständig richtig ausgefüllte Portierungsauftrag mit dem wichtigen Hinweis, man solle ihn bitte genau prüfen, weil der alte Anbieter ihn in die Tonne wirft, wenn eine Kleinigkeit falsch war. Das hat mich so weit schon positiv überrascht, weil ich die Telekom sonst so nicht kenne, auch nicht bei (kleineren) Geschäftskunden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Irgendwann meldete sich eine Dame vom alten Anbieter, um sich den Kündigungstermin bestätigen zu lassen. In einer Form von Augenblicksversagen hat der Kunde dann versehentlich einen Termin abgenickt, der fünf Tage zu früh gewesen wäre. Das wäre ziemlich schlecht, also ging es zurück zur <del>Hotline für Geschäftskunden</del> Melkstube für große Euter. Dort wurde ihm gesagt, dass der falsche Termin im System stünde, und man das ändern würde, auf den richtigen fünf Tage später. Ja, so stellt man sich Service vor, wenn man nicht ewig in einer Warteschleife hängen würde.</p>
<p>Einige Zeit später kam dann noch ein Anruf des alten Anbieters, den ich nach der Erzählung kafkaesk nannte, worauf heftig genickt wurde. Ein Geschäftskundenbetreuer rief an und sagte, wie leid es ihm tue, dass der Kunde noch keinen Betreuer habe (nach mehreren Jahren), er das aber auch nicht sei und quasi nur mal hallo sagen wollte. Tun könne er ja auch nicht mehr viel, da sie ja leider nicht mehr bei ihnen bleiben wollten. Die Aussage, dass man ja nur deshalb ginge, weil seine Firma im neuen Büro keine Leitungen schalten könne, fand er befremdlich und er konnte sie sich nicht erklären &#8211; wie auch der Kunde und ich. Es wurde aber noch besser. Als in dem, wohl durchaus freundlichen, Gespräch die Sprache auf das Problem mit dem Kündigungstermin kam, meinte der Geschäftskundenbetreuer, er wolle ja niemandem Angst machen, aber bei so einer Portierung seien so viele Stellen involviert und es müssten so viele Leute irgendetwas unterschreiben, dass er sich da nicht auf die Aussage der Hotline verlassen würde. Er könne da auch nichts machen, aber er würde empfehlen, da immer mal wieder anzurufen und nachzufragen, um die Angelegenheit in Bewegung zu halten. Klar. Man hat ja nichts besseres zu tun als alle paar Tage 15-30 Minuten mit einer Hotline zuzubringen und würde ja auch andernfalls kein Geld verdienen.</p>
<p>Und was sollte eigentlich überhaupt der Anruf dieses Geschäftskundenbetreuers?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Machen wir einen Sprung ein paar Tage weiter. In meinem Postfach liegt eine Email meines Kunden, dass wir in drei Werktagen die Anlage umziehen müssen, in ein ansonsten leeres und noch nicht bezugsfertiges Büro. Der alte Anbieter hat nämlich das Telefon abgeschaltet, fast drei Wochen vor dem versehentlich bestätigten zu frühen Termin &#8211; also völlig willkürlich. Man muss sich an der Stelle wirklich einmal klar machen, was das heißt. Wenn man als Firma auf funktionierende Telefone angewiesen ist und solche Dinge wie vertraglich garantierte Erreichbarkeit für einen Kunden an der Backe hat kann das richtig teuer bis existenzbedrohlich werden. Von einer Hotlinemitarbeiterin gab es dann auch noch die tolle Aussage, dass man doch, so denn in München auch so schönes Wetter sei, einfach mal früher Feierabend machen könne. Mir wäre da wahrscheinlich auch erst einmal die Spucke weg geblieben.<br />
Wieder schalten könne der Anbieter die Leitungen übrigens nicht. Man habe ja eine Portierung durchgeführt und jetzt wären die Nummern halt weg. Wenige Hotlineanrufe später hieß es dann auch, dass die Telekom diesen Termin für die Portierung verlangt hätte. Die Kundenbetreuerin der Telekom aber, die nach dem dritten Klingeln abhob, widersprach dem aber und musste scheinbar nicht einmal &#8220;im System&#8221; nachschauen um zu wissen, dass man diesem Termin noch am Tag der Portierungsbestätigung widersprochen habe. Ein Unding &#8211; wie flott und kompetent hier die Telekom scheint.<br />
Der x-te Dame von der Hotline des alten Anbieters, der natürlich die ganze Geschichte wieder erzählt werden musste, wollte natürlich von einem Widerspruch nichts wissen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Kann man hier noch einen Draufsetzen?<br />
Man kann!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nachdem der Kunde sich mit der Frage, was man nun tun könne, nochmal an die Telekom wandte, hat die Betreuerin versucht einen zeitnahen Schaltungstermin zu organisieren. Verdammte Axt, drei Tage später sollte ein Techniker da und die Sache erledigt sein.<br />
Ich war drei Tage später mit der HiPath da und habe auf dem Weg noch mit meinem Kunden gewitzelt, dass das alles nicht wahr sein könne und der Techniker sicher erst gegen Ende seines Zeitfenster von 12:00 bis 18:00 erscheinen würde. Wir kamen um etwa 10:30 an und sahen einen Techniker der Telekom, bei der Arbeit. Mein Vorschlag war den Mann zu packen und so lange zu schütteln bis er uns verrät, für wen er wirklich arbeitet. Kurz nach 12:00 war der Mann also nicht da, sondern fertig, und es ging alles. Selbst der noch extrem kurzfristig zubestellte zweite DSL Anschluss war vorhanden und funktionierte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Diese ganze Geschichte passt überhaupt nicht in mein Weltbild. Ich habe die Telekom als kompetent, flink und engagiert erlebt &#8211; und das alles gleichzeitig! Das war mir vorher in knapp 30 Jahren nicht vergönnt. Jetzt frage ich mich, ob das ein krasser Einzelfall ist, oder ob sich zumindest im Geschäftskundenbereich da wirklich etwas getan hat.</p>
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		<title>Tolle neue Werbewelt &#8211; bald verfügbar</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Jun 2013 06:02:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>iamroot</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dumm ist der Bürger!]]></category>

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		<description><![CDATA[Derzeit läuft eine neue, richtig beschissen dämliche Werbung für Visa. Das Kernstück, auf das hingewiesen wird, ist das kontaktlose Bezahlen mit der Visa Karte. Liest man aber das kurz eingeblendete Kleingedruckte steht dort der Hinweis, dass kontaktloses Bezahlen in Deutschland &#8230; <a href="http://www.theangrynerd.de/tolle-neue-werbewelt-bald-verfugbar/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Derzeit läuft eine neue, richtig beschissen dämliche Werbung für Visa. Das Kernstück, auf das hingewiesen wird, ist das kontaktlose Bezahlen mit der Visa Karte. Liest man aber das kurz eingeblendete Kleingedruckte steht dort der Hinweis, dass kontaktloses Bezahlen in Deutschland &#8220;bald möglich&#8221; sein wird.</p>
<p>Anders gesagt ist alles was man gezeigt bekommt Zukunftsmusik und kommt irgendwann, aber nicht heute. Mir wäre jedenfalls nicht bekannt, dass Visa bereits mit deutschen Einzelhändlern Verträge hätte. Groß angekündigt ist kontaktloses Bezahlen aber schon seit kurz nach der Jahrtausendwende als das &#8220;nächste große Ding&#8221; in dem Sektor.</p>
<p>Am Ende bleibt eine Werbung, die eigentlich gar keine Aussage hat und der einzige Fitzel Information, der drin vorkommt, ist auch noch falsch und es gibt nur einen winzigen Hinweis. Wo sind wir hingekommen, wenn so etwas funktioniert?</p>
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		<title>Dieses ganze Geschwätz über den gläsernen Bürger&#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Jun 2013 01:46:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>iamroot</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dreck 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Dumm ist der Bürger!]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; stimmt vermutlich: Ars Tecnica als nahezu beliebige Quelle Ein paar Details passen nicht. 20 Millionen Dollar im Jahr scheint mir kostenmäßig überhaupt nicht plausibel. Ansonsten ist das aber eigentlich die Bestätigung von genau dem, was die Pessimisten, wie ich, &#8230; <a href="http://www.theangrynerd.de/dieses-ganze-geschwatz-uber-den-glasernen-burger/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; stimmt vermutlich: <a href="http://arstechnica.com/tech-policy/2013/06/new-leak-feds-can-access-anything-in-your-google-facebook-and-more/">Ars Tecnica als nahezu beliebige Quelle</a></p>
<p>Ein paar Details passen nicht. 20 Millionen Dollar im Jahr scheint mir kostenmäßig überhaupt nicht plausibel. Ansonsten ist das aber eigentlich die Bestätigung von genau dem, was die Pessimisten, wie ich, schon seit geraumer Zeit immer wieder vermuten. Die NSA kann praktisch den gesamten Datenverkehr frei nach Belieben überwachen, ohne irgendwelche juristischen oder bürokratischen Hürden nehmen zu müssen. Naja, doch, eine: sie überwachen offiziell nur Ausländer, aber wenn man deren Kontakte über zwei Grade folgt dürfte kaum ein US Bürger nicht indirekt verfolgbar sein.</p>
<p>Die Frage die sich jetzt stellt ist, wie die Bevölkerung damit umgeht. Wenn das genau wie alles andere nach 1-2 Wochen im Sande verläuft kann man getrost jeden Ami auslachen, der nochmal die Freiheitlichkeit der USA hochhalten will. Die andere Frage ist die danach, wie es hier aussieht. Zweifelsohne betrifft das Deutsche kaum weniger, da wir zwar was das Internet angeht gern maulen und schimpfen, aber keinerlei Innovation kommt &#8211; weswegen Lieschen Müller bei Facebook ist und von Amazon kauft.</p>
<p>Brave new world!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Juristen können kein richtiges Deutsch mehr &#8211; nein, wirklich!</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Jun 2013 21:11:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>iamroot</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dreck 2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Unispiegel hat ein interessantes, aber gewohnt oberflächliches Interview mit einer Juraprofessorin geführt, in dem sie beklagt, dass die Studierenden in weiten Teilen sprachlich unfähig seien: Link Das wundert mich kein Stück. Es würde mich nur wundern, wenn die Unfähigkeit auf &#8230; <a href="http://www.theangrynerd.de/juristen-konnen-kein-richtiges-deutsch-mehr-nein-wirklich/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Unispiegel hat ein interessantes, aber gewohnt oberflächliches Interview mit einer Juraprofessorin geführt, in dem sie beklagt, dass die Studierenden in weiten Teilen sprachlich unfähig seien: <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/sprachkompetenz-von-jurastudenten-das-ergebnis-war-teils-verheerend-a-900387.html">Link</a></p>
<p>Das wundert mich kein Stück. Es würde mich nur wundern, wenn die Unfähigkeit auf die Sprache beschränkt wäre.</p>
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		<title>Mohawk Indianer ist!</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Jun 2013 19:45:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>iamroot</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dumm ist der Bürger!]]></category>
		<category><![CDATA[Quatsch mit und ohne Soße]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal bemerkt man Kleinigkeiten des Alltags, die einen trotz ihrer offensichtlichen Bedeutungslosigkeit faszinieren und deren Geschichte man gerne erfahren würde&#8230; &#160;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal bemerkt man Kleinigkeiten des Alltags, die einen trotz ihrer offensichtlichen Bedeutungslosigkeit faszinieren und deren Geschichte man gerne erfahren würde&#8230;</p>
<p><a href="http://www.theangrynerd.de/wp-content/uploads/2013/06/mohawk.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-325" title="mohawk" src="http://www.theangrynerd.de/wp-content/uploads/2013/06/mohawk-236x300.jpg" alt="&quot;Peter, wir brauchen noch irgend einen kurzen Claim für die Frontside.&quot; &quot;UGGA UGGA! MOHAWK INDIANER IST!&quot; &quot;Das ist toll! das klingt wie ein echter Indianer!&quot;" width="236" height="300" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Hybris in und von Flaschen</title>
		<link>http://www.theangrynerd.de/hybris-in-und-von-flaschen/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=hybris-in-und-von-flaschen</link>
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		<pubDate>Sat, 01 Jun 2013 20:40:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>iamroot</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Journaille]]></category>
		<category><![CDATA[Dreck 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Urheber und andere Krankheiten]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Journalismus eine Zukunft haben soll, muss der Leser zahlen. Aber der Leser hat im Netz das Zahlen für Inhalte verlernt. Inhalte sind der freiverfügbare Rohstoff der Online-Welt. Ungeachtet ihrer Qualität. Das ist gefährlich. Die Verlage werden ihren Lesern den &#8230; <a href="http://www.theangrynerd.de/hybris-in-und-von-flaschen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Wenn Journalismus eine Zukunft haben soll, muss der Leser zahlen. Aber der Leser hat im Netz das Zahlen für Inhalte verlernt. Inhalte sind der freiverfügbare Rohstoff der Online-Welt. Ungeachtet ihrer Qualität. Das ist gefährlich. Die Verlage werden ihren Lesern den Unterschied zwischen Qualität und Quantität wieder beibringen müssen. (<a href="http://www.freitag.de/autoren/jaugstein/schluss-mit-kostenlos-warum-man-dem-springer-verlag-glueck-wuenschen-muss">Jakob Augstein</a>)</p></blockquote>
<p>Wenn man soviel Dummheit, Arroganz und Ignoranz auf einmal liest fühlt sich plötzlich jede Körperöffnung wie eine unter Druck stehende Kloake an.<span id="more-255"></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieses Zitat zeigt eigentlich in komprimierter Form fast alles auf, was mit Journalismus und Onlinejournalismus derzeit schief läuft. Es fängt mit der Finanzierung an. Die Aussage, dass der Leser bezahlen muss, ist absolut richtig, wird aber von Augstein selbst überhaupt nicht verstanden. Die Aussage ist deshalb richtig, weil die einzige externe Gruppe die Ansprüche an die journalistische Arbeit stellen können sollte, der eigentliche Kunde des Journalismus, eben der Leser sein muss, nicht der Anzeigenkunde und der Politiker, dessen Günstling man sein will. In dem Kontext in dem Augstein hier spricht wird Journalismus als ein in sich abgeschlossenes, eigenes Universum dargestellt, dass seine Existenzberechtigung in seiner Existenz und der selbstempfundenen Wichtigkeit sieht. Der Leser soll bezahlen müssen, weil Journalismus sich selbst als wichtig empfindet, nicht weil der Leser davon profitiert.</p>
<p>Das nächste Problem des Journalismus hat Augstein fast erkannt. Das Internet ist voll von (schlechten) Inhalten und die meisten davon sind kostenlos. Wenn der Leser die Wahl hat ein und dasselbe einmal umsonst zu bekommen und einmal dafür zu bezahlen, wird er nicht bezahlen. So sehr die Idee des Homo Oeconomicus Schwachsinn ist, hier greift dieses einfache Prinzip und erklärt, warum keiner bezahlen will. Die Fehlannahme, der Augstein aufsitzt, ist, dass sich Journalismus vom Rest des Netzes hinreichend unterscheiden würde und etwas böte, dass man nicht auch kostenlos bekommen könnte. Der Leser hat nämlich nicht das Bezahlen für Inhalte verlernt, er agiert nur als ganz normaler Marktteilnehmer und ihm wird von Zeitungen nicht mehr geboten als von irgendeinem Hanswurst, der irgend eine oberflächliche, unrecherchierte und meinungsgeschwängerte Wortsoße frisch vom eigenen Fass feilbietet. Journalismus bietet keine harten Fakten, keine sauberen Recherchen und keine neuen Informationen mehr. Er ist nurmehr ein umständlicher Weg Zusammenfassungen von Aussagen zu verteilen, die sich gezielt an die Öffentlichkeit richten und sortiert Pressemeldungen, die andere schreiben und jedem kostenfrei geben würden und geben. An den Stellen, an denen Journalismus noch versucht einen Mehrwert zu schaffen, zeigt sich meist schnell der Dilettantismus und die Ahnungslosigkeit derer, die Journalismus treiben, wenn sich nicht deren Parteilichkeit und Beeinflussbarkeit in den Vordergrund drängt.</p>
<p>Es gibt zahlreiche Beispiele die gezeigt haben, dass der Kunde sehr wohl bereit ist Geld für Inhalte im Netz zu bezahlen und die Gratiskultur nur eine faule Ausrede derer ist, die meinen der Markt müsste sich nach ihnen richten, weil sie sich als eine Art bezahlter Kunde statt als Anbieter sehen. Die Musikindustrie hat lange behauptet, man könne keine Musik im Netz verkaufen. Jetzt stopft sich Apple 30% in die Taschen, weil sie gezeigt haben, dass es verdammt gut geht. Die Buchverlage haben lange gejammert, dass man mit digitalen Inhalten nichts verdienen könne und Piraterie einem die Haare vom Kopf fressen würde. Jetzt beknien sie teilweise erfolgreiche E-Book-Autoren, die ihr Geld lieber Amazon überlassen, doch vielleicht bitte noch eine gedruckte Ausgabe bei ihnen rauszubringen. Es gibt allerdings einen deutlichen Unterschied zwischen den Beispielen und dem Onlinejournalismus. In allen Beispielen bezahlen Leute für etwas, das sie nicht gratis und legal bekommen. Das neueste Gerede mit faktisch nicht ganz richtigen Informationen, ein paar Pressemeldungen mit neuer Überschrift und die Meinung inkompetenter Leute gibt es aber eben im Netz schon legal, gratis und umsonst. Die Dienstleistung der Bündelung dessen schätzen aber nur noch die Journalisten selbst als eine ganz besondere, hoheitliche und geldwerte Aufgabe ein.</p>
<p>Wenn Journalismus eine Zukunft haben soll, dann muss Journalismus wieder eine eigenständige Leistung erbringen. Journalismus muss etwas sein, dass über Agenturmeldungen und die Briefe von Wagner hinausgeht, etwas, dass einen Mehrwert bietet und eine Qualität hat. Und genau hier kann man nur staunen, wie viel Hybris und Ignoranz in ein so kleines Gefäß wie Jakob Augstein passt. Derzeit bringt nämlich der Leser den Journalisten bei, dass der seichte, oberflächliche Scheißdreck, den man ihm verkaufen will, einfach nichts wert ist. Man nennt ihn ja schon Qualitätsjournalismus, weil die Qualität nicht mehr immanent ist, sondern erst über die wiederholte, gebetsmühlenartige Beteuerung, dass sie da sei, noch für einige Leute herbeigeredet werden kann. Es ist das selbe Prinzip wie bei großen &#8220;Premium&#8221;-Schriftzügen auf Billigartikeln. Schaut man sich die Auflagen von Zeitungen an wird klar, dass der Kunde auf diese billige Masche langsam nicht mehr hereinfällt und immer mehr erkennt, dass das teure, stille Premiumwasser der Presse aus dem Brunnen geschöpft wird, der vor dem Laden steht, und der Mehrwert nur noch in der konvenienten Darreichung in abgefüllter und portionierter Form besteht.</p>
<p>Ja, den Zeitungen rennen die Kunden weg und anstatt sich zu fragen, wo sie hingehen und warum das eigene Produkt keiner mehr haben will wird der Rest der Welt für dumm erklärt. Wie enorm die Überheblichkeit und Selbstüberschätzung der Presse ist zeigt sich regelmäßig, wenn man auf Bezahlangebote schaut. Dort werden für einzelne Artikel mehrere Euro verlangt und man glaubt den Kunden genauso zu einem Abonnement gängeln zu können wie vor dreißig Jahren. Bezahlt man, bekommt man Gesülze, dass sich sprachlich (auch in der Rechtschreibung) und in der Güte des Inhaltes immer mehr dem großmäuligen Nachbarn annähert, der zu allem die Weisheit mit Löffeln gefressen hat aber nicht mal die Grundbegriffe des Bereiches kennt oder richtig verwenden kann, zu dem er einem gerade die letztgültige Einsicht zu vermitteln glaubt. Von eben dem Nachbar bekomme ich aber die gleichen Meinungsstücke und Halbwahrheiten umsonst oder er gibt mir noch eine Flasche Bier dafür aus, dass ich es mir anhöre. Die minimal besser gebildete Variante dieser Zeitgenossen hat heute ein Blog und eine Domain, was etwa einen Kasten Bier pro Jahr kostet, und will immer noch kein Geld für die Leistung.</p>
<p>Es wird Zeit, dass wir mal wieder unabhängigen, fundierten und engagierten Journalismus bekommen, der seine Qualität nicht beteuern und herbeijammern muss. Dann wird der Leser den Verlagen auch beibringen, dass man nicht das Bezahlen verlernt hat. Selbst bei einem Geizhals wie mir ist locker ein Zehner im Monat für eine digitale Wochenzeitung herauszuholen, wenn ich nicht bei jedem Artikel mindestens zwei Mal den Kopf schütteln muss, weil Agenturmeldungen nicht mal mehr oberflächlich auf Plausibilität geprüft werden.</p>
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		<title>Der große Sat1 IQ Test taugt erwartungsgemäß rein garnichts</title>
		<link>http://www.theangrynerd.de/der-grose-sat1-iq-test-taugt-erwartungsgemas-rein-garnichts/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=der-grose-sat1-iq-test-taugt-erwartungsgemas-rein-garnichts</link>
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		<pubDate>Thu, 23 May 2013 23:23:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>iamroot</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Quatsch mit und ohne Soße]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einer Woche oder so gab es bei Sat1 eine große IQ-Test Show. Und tatsächlich sie lieferte ein sehr gutes Beispiel dafür, dass IQ Tests im Allgemeinen nicht viel taugen.Generell halte ich von IQ Tests oder der Idee, geistige Fertigkeiten &#8230; <a href="http://www.theangrynerd.de/der-grose-sat1-iq-test-taugt-erwartungsgemas-rein-garnichts/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einer Woche oder so gab es bei Sat1 eine große IQ-Test Show. Und tatsächlich sie lieferte ein sehr gutes Beispiel dafür, dass IQ Tests im Allgemeinen nicht viel taugen.<span id="more-253"></span>Generell halte ich von IQ Tests oder der Idee, geistige Fertigkeiten auf eine einzelne, dimensionslose Zahl einzudampfen, ziemlich wenig. Zum einen ist da das Problem, dass man unweigerlich auch Wissen testet. Das zeigt sich dann ganz deutlich, wenn man die Ergebnisse klassischer IQ Tests mit denen von Tests vergleicht, die versuchen möglichst stark von möglicher Vorbildung der Probanden zu abstrahieren. Bei einem Bild von Zahnrädern und der Frage, wohin sich bestimmte davon drehen, wenn man ein bestimmtes in eine bestimmte Richtung dreht, verpufft beispielsweise die Lücke zwischen Kindern aus Akademiker- und Handwerkerhaushalten sehr schnell. Nimmt man für sprachliche Tests Wörter, die typischerweise nicht Gegenstand der Alltagssprache sind, zeigt sich dann plötzlich eine tiefe Furche.</p>
<p>Ein erstaunliches Problem zeigt sich auch, wenn man zu viel weiß. Zu Schulzeiten noch brachte damals ein Lehrer ein paar sprachliche Fragen aus einem Intelligenztest im Unterricht vor. Wir hatten in unserer Reihe einen Heidenspaß damit, die wirklich schlecht gemachten Fragen zu zerpflücken und mehrere Begründungen zu finden, warum keines der Wörter in die Reihe passt. In einer Unterhaltung genau dazu hat mir dann vor einiger Zeit ein sprachlich sehr bewanderter Zeitgenosse ein beeindruckendes Beispiel geliefert, weil er zu vier beliebigen Wörtern, die ich als Beispiel nannte, sofort sagte, dass genau eines eine völlig andere Herkunft hat, während die anderen drei in den meisten romanischen Sprachen vorhanden sind. Dieses Schema funktioniert aber sicher bei der einen oder anderen Aufgabe, für die ganz klar eine andere Lösung gedacht war. Es stellt sich die Frage, ob man am Ende Intelligenz oder nur die Kongruenz des intellektuellen Zugangs zwischen Tester und Getestetem misst.</p>
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<p>Ein anderes Problem ist, dass man praktisch jede Art von Aufgaben, die typischerweise bei so etwas gestellt werden, gezielt trainieren kann. Im Extremfall kann man sogar die eigentliche Aufgabe komplett umgehen, indem man sie auf eine viel simplere abbildet, die gar nicht mehr das Gewünschte prüft.</p>
<p>Nun war also ein Teil des großen Sat1 IQ Tests die Orientierungsfähigkeit. Dazu hatten sie einen Test, bei dem eine Animation gezeigt wurde, in der man quasi in einem Auto saß und abwechselnd rechts, links oder gar nicht abbog. Zu Beginn wurde die Himmelsrichtung gesagt, in die man startet, und man sollte am Ende sagen, in welche Richtung man jetzt fährt. Das sollte eigentlich für jeden Informatiker berstend primitiv sein.</p>
<p>In Einführungsvorlesungen zum Thema Algorithmen sind solche zum Lösen einfacher, zweidimensionaler Labyrinthe ein Klassiker. Und früher oder später trifft man dort auch auf die Idee, die eigene Ausrichtung anhand eines simplen Zählers zu speichern um in bestimmten Fällen erkennen zu können, ob man im Kreis geht. Man fängt bei 0 an und legt eine Drehrichtung fest, dann wird für jede Drehung 1 hinzuaddiert oder subtrahiert*. Weil vier Mal drehen in die gleiche Richtung genauso gut ist wie sich gar nicht zu drehen (zumindest bei Drehungen um 90°), teilt man auch jedes Mal durch 4 und behält nur den Rest. (Da erstaunlich viele Nicht-Informatiker und Nicht-Mathematiker das nicht kennen: Modulodivision ist die eine Hälfte des &#8220;Teilens mit Rest&#8221; aus der Grundschule. Die ganzzahlige Division liefert als Ergebnis wie oft das Eine vollständig in das Andere passt. Die Moduldivision liefert den Rest, der übrig bleibt. 7 durch 3 sind 2 Rest 1, wobei die ganzzahlige Division 2 liefert und die Modulodivision 1.**)</p>
<p>Damit ist dieser Aufgabentypus aber plötzlich völlig trivial. Anstatt mit Himmelsrichtungen zu rechnen oder sich das wirklich vorzustellen, muss man nur den Himmelsrichtungen Zahlen zuweisen. Norden sei 0, Osten 1, Süden 2 und Westen 3, also oben angefangen und im Uhrzeigersinn weiter. Jetzt muss man nur für das Abbiegen nach rechts plus eins und für das Abbiegen nach links minus 1 rechnen. Kommt man am Ende unter null oder bei über drei raus, addiert oder subtrahiert man so oft 4 bis man in dem Bereich landet. Oder man merkt sich die Ausgangsrichtung, fängt mit dem Zählen bei null an und geht am Ende so oft einen Schritt rechts- oder linksherum auf der Windrose, wie man positive oder negative Ergebnisse als Zahlen hat. Falls das beim Lesen kompliziert klingt probiere man es aus. Wenn man es begriffen hat wird einem klar, dass man das jedem noch so tumben Zeitgenossen beibringen kann. Damit ist aber auch klar, dass es für genau den Aufgabentypus eine extrem simple und effiziente Lösungsstrategie gibt, die aus der Orientierungsaufgabe Kopfrechnen für Grundschüler macht. Damit lässt sich aber der Intelligenztest letzten Endes mit Wissen bestreiten. Hat man mal eine Einführungsvorlesung über Algorithmen gehört, ist der Test für Orientierung komplett wertlos.</p>
<p>Es bleibt also als Erkenntnis, dass IQ Tests dümmlicher Mumpitz bleiben. Vor allem dann, wenn sie auf Sat1 veranstaltet werden.</p>
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<p>* Bevor hier jemand mit Programmierhintergrund aufläuft und sagt, dass das Käse sei: ja, richtig. Man kann natürlich negative Zahlen und Subtraktion vermeiden und statt -1 auch +3 rechnen. Da die Addition Modulo 4 eine abelsche Gruppe bildet kann man dort eh jede Menge Unfug treiben. Je nach Plattform könnte man auch einfach nur addieren, wenn Zahlen überlaufen anstatt anzustoßen, und die Modulodivision erst beim Lesen der Variablen durchführen um ein paar Taktzyklen zu sparen. Irgendeine Architektur hatte auch eine ganz krumme Leseoperation für Teile einer Speicherzelle.</p>
<p>** Besonders schön lässt sich &#8220;die Natur&#8221; und die Dualität von ganzzahliger und Modulodivision erkennen, wenn man durch Potenzen der Erzeugenden des Stellenwertsystems teilt. Klingt kompliziert, ist aber simpel: Wenn wir irgend eine Zahl durch 10, 100, 1000&#8230; teilen, machen wir einen Schnitt an der 2en, 3en, 4en&#8230; Stelle von rechts. Die ganzzahlige Division liefert den Teil links, die Modulodivision den Teil rechts. 3.789.327 durch 1000 sind 3789|327, oder 3789 Rest 327. Jede beliebige Teilungsaufgabe dieser Form lässt sich so trivial lösen, wenn man vorher die Zahlen in das Stellenwertsystem mit der Basis des Teilers überführt. Ein schönes Beispiel dafür, dass man ein Problem nur so darstellen muss, damit seine Lösung offensichtlich wird&#8230;</p>
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		<title>Von der Informatik zur Wirtschaft und zurück am Beispiel eines Türöffners</title>
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		<pubDate>Sat, 04 May 2013 17:23:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>iamroot</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hardware]]></category>

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		<description><![CDATA[Nehmen wir an, wir haben eine etwas ältere Telefonanlage von Siemens und wollen an diese einen Türöffner anbinden, so dass jeder mit dem Telefon auf seinem Tisch die Bürotür für Kunden, Boten oder Bettler öffnen kann. Wie macht man das? &#8230; <a href="http://www.theangrynerd.de/von-der-informatik-zur-wirtschaft-und-zuruck-am-beispiel-eines-turoffners/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nehmen wir an, wir haben eine etwas ältere Telefonanlage von Siemens und wollen an diese einen Türöffner anbinden, so dass jeder mit dem Telefon auf seinem Tisch die Bürotür für Kunden, Boten oder Bettler öffnen kann. Wie macht man das?<span id="more-251"></span></p>
<p>Wenn man als einfältiger Informatiker in seinem eigenen Denken gefangen ist, ist der Lösungsfindungsprozess langwierig und am Ende beschämend. Die Idee einen Raspberry Pi oder etwas Vergleichbares an den seriellen Port der Anlage, LAN hat sie nicht, zu hängen und die Gebührendruckerausgabe zu parsen war zuerst da. Davon ausgehend war die erste Idee, dieses Gerät bei einem Anruf für eine bestimmte Nummer einen zweiten Raspberry Pi mit einem angeklebten Relais eine Nachricht zu schicken, er möge das Relais bitte durchschalten. Mit Ausnahme eines Relais, einer Freilaufdiode und eines kleinen Transistors hätte man alles in Software gemacht. Das erschien mir aber direkt aufwändig, indirekt und anfällig für eine so simple Funktion.</p>
<p>Der nächste Ansatz war, eine der analogen Leitungen zu missbrauchen. Normalerweise liefert die Anlage 38V Gleichspannung, die bei einem Klingeln mit ein paar Dutzend Volt Wechselspannung überlagert werden. Mit einem Spannungsteiler und einem Arduino könnte man das problemlos detektieren und dann das Relais schalten. Eigentlich eine feine Sache und ich hatte bereits eine Teileliste zusammen, die auf einem Leonardo mit einem Prototypenaufsatz alles sauber implementiert hätte. Mit allen Tricks wie mehreren Widerständen für den Spannungsteiler zur Sicherheit, einem Treiberchip für Relais der Freilaufdiode und Transistor unnötig macht, einer Schutzdiode zur Sicherung des Eingangs vor negativen Spannungen bei Verpolung, einer Zenerdiode als Überspannungsschutz und mehr solchem Zeug. Mit der Erinnerung daran, dass a/b-Leitungen aber nicht unbedingt potentialfrei sind und man das sauber machen sollte, kam mir auch direkt die Idee besser einen Überträger zu verwenden, als einen Spannunsgteiler.</p>
<p>Nun hat so ein Überträger aber die Eigenschaft, den Gleichspannungsanteil abzutrennen. Damit hätte man auf der Ausgangsseite aber auch nur ein Signal, wenn es klingelt. Jetzt sollte man aber auch auf einen Mikrocontroller verzichten können und mit diskreten Bauteilen auskommen. Da ja durchaus ein wenig Leistung aus der Leitung herauszuholen ist, sollte es kein Problem sein die Ausgangsseite über einen Gleichrichter und einen Kondensator ein wenig zu puffern, zu stabiliseren und über die Anpassung des Entladewiderstandes für den Speicherkondensator die Abfallverzögerung einzustellen. Die 1-2mA die der Relaistreiber will kann man sogar eingangsseitig verkraften, was einem gut und gerne zweistellige mA auf der Ausgangsseite liefert.</p>
<p>Jetzt wurde mir aber langsam klar, dass das viel zu simpel ist, um nicht bereits als billiges 08/15-Produkt zu existieren. Vermutlich sogar zum Preis der Materialkosten, die man als Besteller von Einzelteilen zahlen müsste, sicher aber unter den rund 80 Euro, die eine Mikrocontrollerlösung kosten würde &#8211; in Teilen. Der Selbstbau wäre unwirtschaftlich. Wenn nicht für mich, dann für denjenigen der meine Zeit für das Zusammenlöten teurer bezahlt als die Teile. Wie üblich muss man aber bei solchen Dingen die Terminologie kennen, um das zu finden was man will. Kann man die Lösung benennen, ist das fast grundsätzlich die halbe Miete. Die Lösung hier heißt SAR, Starkstrom Anschaltrelais. Für gut 30 Euro ist man dabei, für knapp 60 gibt es die Ausführung für Hutschienenmontage mit einstellbarer Überbrückungszeit zwischen den Klingelsignalen.</p>
<p>Aber es kommt noch besser. Den Einbau eines STRB, einer Baugruppe die Relais steuern kann, in die Anlage hatte ich verworfen, weil teuer, aufwändig und am falschen Ende verortet. Nun gibt es aber tatsächlich Zubehör von Siemens, dass genau das tut was ich will und es heißt &#8220;TFE&#8221;. Für rund 100 Euro kann man mit der Anlage nicht nur einen Türöffner bedienen, sondern auch noch die Gegensprechanlage anbinden, inklusive Klingelknopf.</p>
<p>Damit bin ich nach der Ablehnung einer Softwarelösung und der Einsicht, dass der Selbstbau einer diskreten Schaltung eine doofe Idee und zu teuer ist, wieder ungefähr da, wo ich war. Anastatt Software zu schreiben, muss ich sie nur noch bedienen und ein paar Klicks im Hipath Manager lösen das Problem.</p>
<p>Ich hätte mit dem Nachdenken aber besser in der Mitte aufhören sollen. Dann hätte ich mich toll fühlen können, eine saubere Schaltung aufgebaut zu haben, und ein Problem auf einem Weg gelöst zu haben, der nicht unbedingt meiner Ausbildung entspricht. Jetzt komme ich mir nämlich halbwegs doof vor, so viel Zeit verschwendet zu haben und die offensichtliche Lösung so lange nicht gesehen zu haben.</p>
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		<title>Warum will niemand mein Geld?</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Mar 2013 03:20:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>iamroot</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das zugige Fenster]]></category>
		<category><![CDATA[Hardware]]></category>

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		<description><![CDATA[One thing that the Chromebook Pixel really brings home is how crap normal laptops have become. Why do PC manufacturers even bother any more? No wonder the PC business isn&#8217;t doing well, when they stick to just churning out more &#8230; <a href="http://www.theangrynerd.de/warum-will-niemand-mein-geld/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>One thing that the Chromebook Pixel really brings home is how crap normal laptops have become. Why do PC manufacturers even bother any more? No wonder the PC business isn&#8217;t doing well, when they stick to just churning out more crappy stuff and think that &#8220;full HD&#8221; (aka 1080p) is somehow the epitome of greatness. <em>(Linus Torvalds)<span id="more-248"></span></em></p></blockquote>
<p>Warum laufe ich mit einem Laptop herum, dass, wenn es ein Kind wäre, bald zur Einschulung müsste? Weil ich nichts Anspruchsvolles damit tue? Weil ich mich nicht für Computer interessiere? Weil ich so sehr an dem Gerät hänge?</p>
<p>Nein. Der Hauptgrund ist, dass es seit Jahren fast nur noch die Wahl zwischen Teufel und Beelzebub gibt. Obwohl meine Wegbegleiterin von HP technisch in jedem Aspekt kräftig veraltet ist, gibt es keinen sinnvollen Ersatz, der sein Geld auch nur ansatzweise wert wäre. Was man für Laptops bauen kann, wenn man nur will, demonstriert jetzt nicht nur Apple, sondern auch noch Google.</p>
<p>Warum sind die Kisten von Lenovo mittlerweile so stabil und &#8220;wertig&#8221;, dass man an Geräten für vierstellige Summen ohne große Extras alle Formen von Klackern und Knarzen produzieren kann? Warum sind selbst auf Businessgeräten für 1400€ und mehr drei Dutzend Trialversionen und tolle Extradienste installiert, die das Ding ausbremsen und den Akku leersaugen? Man bekommt auch sonst nichts mehr, was den Namen wert ist. Als klar wurde, dass das X230 Tablet teilweise an den Rändern Probleme mit dem Digitizer hat, wurden in typisch chinesischer Manier die Beschwerden aus deren Forum einfach gelöscht, bis es zu viele wurden.</p>
<p>Bei HP sieht es ähnlich aus. Schlechte Verarbeitung, mieser Service und teilweise irrsinnige Aufpreise und fehlende Optionen. Fujitsu scheint der letzte Anbieter zu sein, der einem für mehr als tausend Euro nicht noch die Arbeit aufbürdet, das Gerät von mitgeliefertem Müll zu säubern. Dafür bekomme ich unter 15&#8243; nichts mit einem akzeptablen Display, nicht mal gegen Aufpreis. Und etwas, das nicht 16:9 ist, bekomme ich in der PC Welt praktisch gar nicht mehr.</p>
<p>Über die &#8220;Consumer-Klasse&#8221; will ich gar nicht sprechen. Erbärmliche Displays sind der Standard und alles was sich substantiell von einem DSTN-Display aus den 90ern abhebt eine Rarität. Die mechanische Qualität ist teilweise so schlecht, dass man auf einem Schreibtisch Angst haben muss und fast jedes Gerät hat irgendwo versteckte Tücken. Schlechte Lüftersteuerung, thermische Probleme unter Last, herausbrechende Audiobuchsen, schlechter WLAN-Empfang. Dazu sind fast alle Standardkonfigurationen komplett untauglich. Was habe ich von einem i5, wenn das Ding bei jedem Mausklick von einer archaisch langsamen Festplatte ausgebremst wird und dazu teilweise nicht mal genug RAM vorhanden ist, um das wenigstens auf Dauer zu kaschieren?</p>
<p>Ich habe erst diese Woche genau das Trauerspiel bei einem Bekannten gesehen. Ein zwei Jahre altes Laptop, das einfach so wie es kam benutzt wurde, braucht mehrere Minuten zwischen Anschalten und dem Abspielen eines Youtube Videos, das in einer Email verlinkt war. Warum das Gerät immer hoch und runtergefahren wird? Naja, tut man es nicht, bleibt es öfters nach dem Aufwachen hängen.</p>
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<p>Torvalds hat absolut recht, wenn er die stagnierenden Absatzzahlen bei PCs auch in der miesen Qualität begründet sieht. Und das wirklich Schlimme ist nicht, dass man auch billigen Schrott haben kann, sondern das es nichts Anderes mehr gibt!</p>
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		<title>Pornographie in der Werbung? &#8211; Ein teures Lehrstück zur Meinungsmanipulation</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Mar 2013 04:39:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>iamroot</dc:creator>
				<category><![CDATA[Die Journaille]]></category>
		<category><![CDATA[Dumm ist der Bürger!]]></category>
		<category><![CDATA[Quatsch mit und ohne Soße]]></category>
		<category><![CDATA[Urheber und andere Krankheiten]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir hatten den Spaß ja schon bei den &#8220;Raubkopien&#8221;. Weil die meisten Leute nicht in der Lage sind Sprache bewusst zu reflektieren und zwischen der Bezeichnung und der Bedeutung einfach nicht unterscheiden können, wird versucht entsprechend belegte Begriffe zu verwenden, &#8230; <a href="http://www.theangrynerd.de/pornographie-in-der-werbung-ein-teures-lehrstuck-zur-meinungsmanipulation/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir hatten den Spaß ja schon bei den &#8220;Raubkopien&#8221;. Weil die meisten Leute nicht in der Lage sind Sprache bewusst zu reflektieren und zwischen der Bezeichnung und der Bedeutung einfach nicht unterscheiden können, wird versucht entsprechend belegte Begriffe zu verwenden, um die damit verbundene gefühlsmäßige Einordnung auf andere Dinge zu übertragen. Bei der Raubkopie läuft es darauf hinaus, dass man denken soll, dass dem Opfer etwas durch Gewalt weggenommen wird, es einen direkten Schaden und eine direkte Schlechterstellung erfährt. So wie bei einem echten Raub dem Beraubten hinterher etwas fehlt und der Räuber die Situation eines Anderen direkt (und durch Gewaltanwendung) verschlechtert. Nur sind halt bei Raubkopien alle Schäden nur mittelbar und grundsätzlich fiktiv und Gewalt oder Drohungen werden auch nicht gebraucht, der Beraupkopierte kann das ja idR nicht einmal feststellen!</p>
<p>In der EU beherrscht man solche rhetorischen Taschenspielertricks natürlich auch. Schauen wir also mal kurz in ein Dokument, dessen Erstellung vermutlich so viel Geld verschlungen hat wie alle meine Leser im Jahr zusammen nicht verdienen&#8230;<span id="more-245"></span>Einmal haben wir die Meldung auf heise, <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-Parlament-Vorstoss-fuer-ein-Porno-Verbot-1818591.html">Pornoverbot in der Werbung</a>, und dazu noch den passenden Auszug aus dem dort <a href="http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-%2F%2FEP%2F%2FNONSGML+REPORT+A7-2012-0401+0+DOC+PDF+V0%2F%2FDE">verlinkten Dokument</a></p>
<blockquote><p>O. in der Erwägung, dass junge Frauen und Männer am meisten von dem neuen kulturellen Status der Pornographie betroffen sind; in der Erwägung, dass die „Verbreitung von Pornographie“, d. h. der derzeitige kulturelle Prozess, in dem sich Pornographie als ein universell immer mehr akzeptiertes, oft idealisiertes kulturelles Element in den Alltag schleicht, sich besonders ausgeprägt in der Jugendkultur manifestiert: von Fernsehprogrammen und Lifestyle-Magazinen für Jugendliche, über Musik-Videos bis hin zu Werbung, die sich speziell an Jugendliche richtet;</p></blockquote>
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<p>Vollkommen unreflektiert wird bei heise einfach ein Teil des Dokuments im Passiv zitiert und mit den üblichen Phrasen für EU Kram zusammengeklebt. (Man achte mal darauf, wie bei EU-Berichterstattung immer davon die Rede ist, dass Brüssel irgendetwas tue, wenn die Journalisten nicht wissen welches EU <del>Geschwulst</del> Organ es diesmal ist. Jaja, die Stadt selbst macht Politik&#8230;) Es wird überhaupt nicht erklärt, was bitte &#8220;Pornographie in der Werbung&#8221; sein soll. Auch das EU-Pamphlet definiert den Begriff nicht näher. Normalerweise denkt so ziemlich jeder bei Pornographie ja an Pornofilme oder Pornoheftchen und für die meisten ist es von einfacher &#8220;Erotik&#8221; durchaus verschieden. Intuitiv war mein erster Gedanke, seit wann &#8220;echte Pornographie&#8221; eigentlich öffentlich gezeigt werden darf. Die Filme und Bilder, die man früher in Videotheken dort bekommen hat, wo die Eingangstür nicht aus Glas war und die bis vor kurzem noch Hauptzweck des Internets waren, darf man nämlich aus Gründen des Jugendschutzes gar nicht öffentlich zeigen. Das folgt unmittelbar aus <a href="http://dejure.org/gesetze/StGB/184.html">§184 StGB</a>, der die Verbreitung von &#8220;pornographischen Schriften&#8221; an Minderjährige unter Strafe stellt. Spätestens jetzt muss einem also klar werden, dass man es hier mit übelster Rabulistik zu tun hat. Es wird gezielt und bewusst ein falscher Begriff verwendet, um Dinge falsch darzustellen und den Eindruck aufkommen zu lassen, man wolle sich hier gegen absolut Verbietenswertes einsetzen. Indem man einfach die Begriffe Pornographie und Jugendliche in Verbindung bringt, hofft man auf Zustimmung ohne Ansehen des Inhaltes, aus der Ablehnung dieser Verbindung heraus.</p>
<p>Ich will an der Stelle nicht weiter vertiefen was Pornographie rechtlich genau ist, §184 StGB definiert das ja auch nicht, da sich die Frage nicht allgemein und simpel beantworten lässt und die Details aus dem, was der breiten Öffentlichkeit in Fernsehen und Zeitschriften gezeigt wird, auch keine Pornographie machen. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften und Medien hat hierzu 2003, als die Welt durchaus noch prüder war, <a href="http://www.bundespruefstelle.de/bpjm/redaktion/PDF-Anlagen/bpjm-aktuell-begriff-der-pornografie-aus-03-03,property=pdf,bereich=bpjm,sprache=de,rwb=true.pdf">einen Artikel in ihrem Hausblatt</a> veröffentlicht, der das Thema mehr als ausreichend behandelt. Wer meine morbide Faszination für die Abhandlungen von Juristen teilt hat eine Leseempfehlung, da das noch vergleichsweise verständlich ist.</p>
<h2>Was hat es mit diesem Dokument nun auf sich?</h2>
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<p>In den letzten Jahren hatten wir ja einige Fälle in denen die Privatsphäre der Bürger massiv zu Gunsten der Zugriffsbefugnisse und -möglichkeiten des Staates und der EU beschnitten wurden oder beschnitten werden sollten. Mit dem Schreckgespenst des Terrorismus hat man nicht nur durchgesetzt Flugreisende gängeln und überwachen zu dürfen, nein auch eine Vielzahl von Sonderbefugnissen deutscher Behörden wurde eingerichtet. Danach kam als extreme Spitze Zensursula, die uns weismachen wollte, dass Kinderpornographie ein Milliardengeschäft sei und man eine zur Zensur geeignete Infrastruktur schaffen müsste, um hier Abhilfe zu schaffen. Wer nachrechnete kam darauf, dass für ein Milliardengeschäft alle Banker, Großunternehmer und gut geschmierten Politiker jeden Alters pädophil hätten sein müssen, wer nachdachte kam darauf, dass die vorgeschlagene Lösung technisch nicht wirksam sein konnte, und wer nach nachhaltigeren Lösungen nachgeschaut hat stieß darauf, dass Kindesmissbrauch fast ausschließlich ein Problem im Kreis der engsten Vertrauten des Kindes ist und kaum ein Kind seinen Vergewaltiger nicht kennt, man das eigentliche Problem also mit dem Internet nicht hätte lösen können. Man könnte die Liste der Vorstöße und Forderungen zur Beschneidung von Privatsphäre und Bürgerrechten noch lange fortsetzen.</p>
<p>Dieses Pamphlet ist nichts weiter als ein Zeugnis des nächsten Versuchs in dieser Reihe. Bisher war es so, dass die Bevölkerung selbst bestimmt welche moralischen Wertvorstellungen sie hat und rechtlich geregelt und geahndet wurden die Randbereiche, die als unzweifelhaft massivst davon abweichend galten. Die Politik wird in ihrem Handeln und in ihrer Akzeptanz eigentlich von der Moral der Bevölkerung eingeschränkt, weil sie sich an dieser auszurichten hat und danach beurteilt wird. Schließlich handelt es sich um Volksvertreter, nicht um Monarchen. Jetzt soll aber unter dem Deckmantel der Gleichstellung (Vorsicht, nicht mit Gleichberechtigung verwechseln!) der Bevölkerung ihre Moralvorstellung im Hinblick auf Freizügigkeit vorgeschrieben werden. Nicht mehr die Bevölkerung gibt den Rahmen der Politik vor, sondern die Politik den Rahmen der Bevölkerung. Dass das aus einer feministisch-femininen Ecke kommt scheint einem grotesk und vollkommen irre, wenn man weiß, wie vor 30-40 Jahren Frauenrechtlerinnen gegen die Stigmatisierung freizügiger Darstellungen von Frauen gekämpft haben.</p>
<p>Der fiese Trick bei der Sache besteht nun darin, dass man diesen Versuch der Entmündigung jetzt geschickt so einpackt, dass man Kritikern Totschlagargumente vorsetzen kann, die bei einfach gestrickten Zeitgenossen punkten. Als erstes muss man für eine Kritik ja mal erklären, dass das Papier ein Etikettenschwindel ist und sich nicht mit Pornographie beschäftigt. Ansonsten steht man als Befürworter von Pornographie in Jugendmedien da. Danach muss man erklären, dass es hier darum geht, dass nicht Politiker der Bevölkerung die Meinung vorschreiben, sondern die Meinung der Bevölkerung den Politkern ihre Politik &#8211; und nicht um Frauenrechte oder Diskriminierung. Das dürfte auch die beste rabulistische Trumpfkarte sein. Wer diesen Vorschlag ablehnt wird in die Ecke der Sexisten gestellt, unbesehen aller Argumente. Das ganze Papier scheint mir gezielt daraufhin formuliert zu sein, Kritiker diskreditieren und ihre Argumente ignorieren zu können.</p>
<p>Mir wird jedenfalls kotzübel wenn ich sehe, mit welchen dreckigen Methoden hier versucht wird den Rahmen der Freiheitsrechte der Bürger weiter zu beschneiden. Schlimmer als das ist nur noch, dass es vermutlich mal wieder funktionieren wird. Wenn man liest, was hier gefordert wird, muss man wirklich an 1984 denken.</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p> 19. fordert die Mitgliedstaaten auf, unabhängige <strong>Kontrolleinrichtungen einzusetzen, um die </strong><br />
<strong>Medien und die Werbeindustrie zu überwachen, und ihnen die Befugnis zu verleihen, </strong><br />
<strong>wirksame Sanktionen über Unternehmen und Einzelpersonen zu verhängen</strong>, die die<br />
Sexualisierung von Mädchen vorantreiben;</p>
<p>53. fordert die Mitgliedstaaten auf, die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen zu einem<br />
vorrangigen Anliegen der Strafrechtspolitik zu machen; <strong>ermutigt die Mitgliedstaaten, zu </strong><br />
<strong>diesem Zweck die Zusammenarbeit zwischen ihren nationalen Justizbehörden und </strong><br />
<strong>Polizeidienststellen sowie den Austausch bewährter Praktiken auszubauen</strong>;</p>
<p>68. fordert die EU und die Mitgliedstaaten auf, <strong>Überwachungsmaßnahmen einzuleiten (in </strong><br />
<strong>Form von Bürgerbeauftragten oder Medienüberwachungsbehörden, die Experten für </strong><br />
<strong>Gleichstellung der Geschlechter vereinigen)</strong>, um dafür zu sorgen, dass der Ehrenkodex in<br />
der Industrie eine Gleichstellungsperspektive beinhaltet und, dass diese eingehalten wird,<br />
und, dass die Öffentlichkeit die Möglichkeit zum Einreichen von Beschwerden erhält;</p></blockquote>
<p>Man erkennt vielleicht an den Nummern, wie umfangreich dieser Entwurf ist. Es ist nicht mehr als ein zäher Brei hohler Worthülsen, die sich dauernd wiederholen, nicht sinnvoll geordnet sind und teilweise sprachlich absolut erbärmlich sind (was auch bei einer Übersetzung nicht so sein dürfte). Es ist ein dicker Tumor pseudofeministischer Forderungen, in denen der eigentliche Zweck en passant eingebettet zu sein scheint. Liest man sich alle 69 Punkte durch, sind die einzigen klaren Forderungen die nach einer Frauenquote, nach Geld und die nach der Installation von Institutionen, die auf der Basis der unter den EU-Politikern herrschenden Meinung Sanktionen verteilen können. Der Rest ist das in diplomatischen Papieren übliche Pallaver in handwerklich unterdurchschnittlicher Ausführung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das hier, meine Damen und Herren, ist der Abfluss, der Ihre Grundrechte genau so gerne schlucken würde wie er es mit Ihrem Geld schon seit geraumer Zeit tut.</p>
<p>&nbsp;</p>
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