Linux Bastelspaß

Das Betriebssystem zu wechseln ist ein bisschen wie ein Umzug. In ein anderes Land. Plötzlich hat man Teppich im Badezimmer, Sicherungen in den Steckern und es wird einem Essig über die zu dick geratenen Pommes gekippt…

Das erste Problem ist, dass der HDMI-Audio der GTX 960 nicht so richtig funktionieren wollte. Die ersten paar Male ging alles problemlos, danach gab es keinen Sound, dann stark verzerrten Sound. So wie es aussieht, braucht es zwei Dinge.

1. Muss man in /etc/asound.conf das Default Device setzen. Es wollte auch nur die Notation a la „defaults.pcm.card 0″ funktionieren.

2. Man muss dem intel_snd_hda Kernelmodul explizit sagen, dass es MSIs verwenden soll. Dafür reicht die Zeile „options snd_hda_intel enable_msi=1″.

Ich war auch noch nie in der Verlegenheit, unter Linux Windowsfreigaben „sauber“ zu mounten. Bisher war es immer gut genug die Dinger kurz außer der Reihe auf der Kommandozeile reinzuklemmen, mit Klartextpasswort, weil es meist eh eine Live-CD war. Wie macht man das aber „sauber“, wenn man eine Domäne und Kerberostickets hat? (Der Domäne beizutreten war übrigens herrlich bequem unter Fedora. Ein Einzeler und das Domänenadminpasswort, anstatt ewiger Fummelei mit winbind und Konsorten unter Ubuntu…)

Des Rätsels Lösung ist die Option „-o sec=krb“, zusammen mit cruid=<Benutzer>. Der erste Teil sorgt dafür, dass das Kerberosticket benutzt wird, der Zweite sorgt dafür, dass das richtige Kerberosticket benutzt wird. root hat nämlich keines.

Evolution war auch erst ein wenig zickig, entschied sich dann aber ohne erischtlichen Grund doch dafür plötzlich meinen Exchangeerver zu mögen. Nur das mit Kalendererinnerungen will irgendwie nicht so recht funktionieren. Immerhin hat mein Telefon damit endlich eine sinnstiftende Funktion.

Was mir allerdings fehlte war ein kleines Tool, was ich in C# geschrieben hatte, um mir laufende Twitch Streams anzuzeigen. (Und sie direkt mit livestreamer zu öffnen, um Flash zu umgehen.) Nach einem kurzen „yum install emacs“ war das Problem aber in 5 Minuten erledigt.

import json
import requests

basepath = "https://api.twitch.tv/kraken"
def getFollowedChannelsForUser (user):
    url = basepath + "/users/" + user + "/follows/channels"
    raw_data = requests.get(url)
    data = raw_data.json()
    answers = [data]
    total = data["_total"]
    seen = 50
    while data["_links"]["next"] and seen < total:
        raw_data = requests.get(data["_links"]["next"])
        data = raw_data.json()
        answers.append(data)
        seen = seen + 50

    return answers

def extractChannelNames (listOfJson):
    names = []
    for answer in listOfJson:
        follows = answer["follows"]
        for follow in follows:
            names.append(follow["channel"]["display_name"])
    return names

def queryChannelAndPrintIfLive (names):
    for name in names:
        url = basepath + "/streams/" + name.lower()
        raw_data = requests.get(url)
        data = raw_data.json()
        if data["stream"]:
            output = name + ": " + data["stream"]["channel"]["status"]
            print output

bla = getFollowedChannelsForUser("username")
ns = extractChannelNames(bla)
queryChannelAndPrintIfLive(ns)

Ja, es hat etwas für sich, wenn die Entwicklungswerkzeuge einem so bequem in Griffweite liegen wie unter Linux.

2 thoughts on “Linux Bastelspaß

  1. Hihi, nett, wie Du das jetzt scheinbar wirklich durchziehst. Chapeau! Sagt mein Kopf. Dass neben dem Teller außer 3 Sätzen Gabeln und Messern auch Gabelschlüssel und Torx-Schraubendreher liegen, ist manchmal schon recht einladend – wenn auch nicht direkt appetitlich anzusehen…

    Der kleine Giftzwerg in meine Bauch hingegen meint: AD, Domäne, krb5-Ticktes, Evolution… Kennst Du den Begriff „Puddingveganer“?

    Und Evolution – kann man das jetzt wieder verwenden? Wir hatten das so um 2006 herum und irgendwann ging das nur mehr an Exchange vernünftig und hat mit IMAP nix als Unsinn gemacht. Deshalb kam das dann auf meine banlist und ist bisher dort geblieben.

  2. Ja, bei OS X ist der ganze Unterbau gefühlt wesentlich besser zugedeckt als bei Linux. Andererseits nutze ich Computer in letzter Zeit zu geschätzt 2\3 um mit IDEs zu spielen. Der Anblick von wild verstreutem Werkzeug auf dem Tisch schockiert einen da nicht.

    Deinen Giftzwerg in allen Ehren, aber ich reiße nicht auf einen Schlag meine komplette IT-Infrastruktur aus. (Ja, doch, mit mehr Rechnern\VMs als Fingern an den Händen kann man es Infrastruktur nennen.)
    Ich hatte aber auch schon vorher mal daran gedacht Exchange durch etwas anderes zu ersetzen oder Xen als VM-Host auszuprobieren. Im Moment läuft beides problemfrei und das ist mir sehr recht.

    Meinen Wust an IMAP-Konten habe ich noch nicht eingerichtet. Wenn ich in ein paar Wochen keine Aneinanderreihung von Flüchen zum Thema gepostet habe dürfte Evolution aber im Groben ganz gut funktionieren. Als Outlooknutzer bin ich aber so oder so extrem schmerztolerant was IMAP angeht. Und natürlich wirkt Evolution auf mich auch extrem karg und simpel…
    Was nutzt Du denn für Email, Kalender und Kontakte?

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